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Wie können wir unsere Mitarbeiter glücklich(er) machen?

 

Das Thema des Jahres 2017 lautet “Das Streben nach dem Glück”. Alle reden davon und alle haben eine andere Definition von Glück – was vollkommen plausibel ist, denn Glück ist individuell. Charles Schulz sagte einst „Glück ist, wenn man Freunde hat“. John Lennon sagte in eines seiner Lieder Glück sei „ein warmes Gewehr.“ Was steckt wirklich hinter diesem Wort? Laut Wikipedia bedeutete es im mittelalterdeutsch „die Art, wie etwas endet.” Dementsprechend war Glück der „günstige Ausgang eines Ereignisses.“ Unsere eigenen Bemühungen scheinen ebenfalls eine Rolle bei der Erreichung unseres Glückes zu spielen, weshalb sich das Sprichwort „Jeder ist seines Glückes Schmied“ bis in die heutige Zeit durchsetzt (wobei sich hier die Geister scheiden, denn für andere ist Glück eine erfreuliche Fügung des Schicksals). Politisch hat dieses Thema ebenfalls an Wichtigkeit gewonnen: nicht ohne Grund gibt es seit 2016 einen Head of Happiness in Dubai. Auch internationale Organisationen, wie die Vereinten Nationen, beschäftigen sich mit dem Thema: eines der wichtigsten Ergebnisse des Happiness Reports, der von den Vereinten Nationen seit 2012 jedes Jahr veröffentlicht wird und auf jahrzehntelange ökonomische, soziologische und psychologische Forschung beruht, ist, dass „glücklich sein“ auf mindestens sechs Hauptfaktoren zurückzuführen ist:

1) aufmerksam zu sein und sich von Emotionen wie Ehrfurcht und Freude fangen zu lassen,

2) Zugang zu notwendigen materiellen Ressourcen zu haben,

3) Förderung von Arbeit und menschenwürdiger Arbeitsbedingungen,

4) persönliche Freiheiten,

5) gute Regierungsführung, und zuletzt

6) starke soziale Bindungen und die Möglichkeit, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen.

Norwegen hat im Happiness Report 2017 als glücklichstes Land abgeschnitten – dicht gefolgt von Dänemark, Island und der Schweiz. In diesen Ländern haben Faktoren wie Fürsorge, Freiheit, Großzügigkeit, Ehrlichkeit, Gesundheit, Einkommen und verantwortungsbewusste Regierungsführung einen hohen Stellenwert. Die Arbeit – die Bestandteil des Alltags ist und einen Großteil unseres Lebens einnimmt – beeinflusst natürlich ebenfalls unser Glück, wie von der London School of Economics in der Studie „Happiness at Work“ bestätigt. Wie genau hängt „glücklich sein“ mit der Arbeit zusammen? Für viele mag Glück eine untypische Geschäftsmetrik sein. Dabei sollten Führungskräfte diesen soften Trend nicht unterschätzen, denn um ihre Profitibilität zu vergrößern, ihre Produktivität zu erhöhen sowie die Mitarbeiterbindung zu steigern spielt Glück eine wesentliche Rolle. Nur mit motivierten Mitarbeitern können Unternehmen langfristige Erfolge erzielen. Auch Simon Sinek’s berühmtes Konzept des „goldenen Kreises“ thematisiert das Glück im Arbeitleben. Er behauptet, wenn wir verstanden haben, was uns bewegt; was uns motiviert und inspiriert; was uns jeden Morgen aus dem Bett schmeißt; dann haben wir unser eignes „warum“ entdeckt. Die Antwort des warums ist der Zweck, die Ursache oder der Glaube, der uns inspiriert das zu tun, was wir tun. Dies soll der Schlüssel zum Glück im Arbeitsleben sein.

Kommen wir zurück zur Studie der London School of Economics. Das Forscherteam befragte 20.000 Personen aus 160 Ländern via einem Umfragetool wie der jeweilige Arbeitsplatz als auch die individuelle Jobposition das Wohlbefinden beeinflusst. Das Ergebnis besagt, dass Mitarbeiter glücklich sind, wenn der Job Ihnen Freizeit lässt. Phasenweise Überstunden müssen nicht unbedingt ein Problem sein, wenn genügend Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys bleibt. Laut dieser Studie sind die wichtigsten Faktoren, die zum glücklich sein beitragen, folgende:

 

Work-Life-Balance: Kaum ein Aspekt der Arbeit hat so großen Einfluss auf das Glück wie die Work-Life-Balance. Sobald die Arbeit zu wenig Zeit für Familie und Partner lässt oder man die Sorgen mit nach Hause nimmt, macht es uns Menschen unglücklich.

Ein gutes Arbeitsklima: auch Kollegen beeinflussen unsere Zufriedenheit. Wenn wir uns mit Ihnen verstehen, sind wir besser gelaunt und glücklicher. Wir gehen dann auch gerne zur Arbeit.

Abwechslungsreiche Aufgaben: stets auch andere Aufgaben erledigen und unsere Fähigkeiten erweitern – wer Abwechslung hat ist glücklicher.

Aufstiegschancen: Jobs, die Aufstiegschancen ermöglichen und transparent aufzeigen, sollen ebenfalls glücklicher machen.

Einfluss auf die Arbeit: Mitentscheidung ist hier das große Stichwort. Wenn wir auf der Arbeit  etwas bewegen können, dann hat dies einen Einfluss auf unsere Lebenszufriedenheit.

Gehalt: auch wenn oftmals gesagt wird, dass Geld nicht glücklich macht, sagt die Studie etwas anderes aus: es macht glücklich. Wer mehr verdient, ist im Durschnitt glücklicher.

 

Kununu’s Glücks-Score, welches auf 1,3 Millionen Bewertungen basiert, sagt, dass in Hamburg die glücklichsten Menschen/Arbeiter leben (3,56 Punkte von möglichen 5 (1 = sehr schlecht; 5 = sehr gut)) – dicht gefolgt von Berlin (3,53) und Bayern (3,51). Die Hansestadt beheimatet Arbeitgeber wie AirbusBeiersdorfOtto, Tchibo, Facebook und Google, die sich stark mit der Mitarbeiterzufriedenheit auseinandersetzen. Gute Benefits (Zusatzleistungen) spielen ebenfalls eine Rolle, um glücklich im Arbeitsleben zu sein. Oftmals bieten Unternehmen viele Benefits an, die von ihren Mitarbeitern allerdings nicht wahrgenommen und nicht gewertschätzt werden. Dies kann mindestens drei Gründe haben: a) es liegt an der mangelnden Kommunikation und Transparenz der Benefits (im Durchschnitt kennen Mitarbeiter 3-5 Benefits; immer bieten Arbeitgeber aber deutlich mehr Benefits an); b) das Angebot ist veraltet/unattraktiv und spiegelt nicht die Wünsche der Mitarbeiter wieder, und  c) Menschen sind Gewohnheitstiere und nehmen Benefits wie kostenlose Getränke oder Parkplätze als eine selbstverständliche Gegebenheit wahr. Welche Benefits werden aktuell von Mitarbeitern am meisten gewertschätzt? Mit dieser Frage hat sich Kununu ebenfalls auseinandergesetzt: Laut der Studie, die auf 55.360 Suchanfragen basiert, sind die meistgeschätzten Benefits a) flexible Arbeitszeiten (51%), b) Home-Office (33%), und c) die Möglichkeit den Hund mit ins Büro zu nehmen (26%).Während der Happiness Report von „persönlichen Freiheiten“ spricht, die London School of Economics von Work-Life-Balance und die Kununu-Studie von „Flexiblen Arbeitszeiten“ wie auch „Home-Office“ können wir abschließend betonen, dass eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit und Flexibilität im Job heutzutage unabdingbar sind, damit wir Menschen glücklich(er) sind.

 

Ines Bellino, Benify


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