Benify

Firmenwagen als Benefit

Veröffentlicht am 2017.05.18 #Benefit, #Dienstwagen, #Firmenwagen

 

Ich liebe es einen Artikel mit einem Zitat zu starten. Beginnen wir mit diesem Wikipedia Auszug: „Die Begriffe Firmenwagen oder Dienstwagen sind gesetzlich nicht definiert. Üblicherweise werden die Begriffe im Steuerrecht in Verbindung mit der Privatnutzung eines betrieblich zur Verfügung gestellten Pkws verwendet. Ein Dienstwagen kann auch ein Pkw mit oder ohne Fahrer (Chauffeur) sein, welcher Staats-Repräsentanten (Ministern, Behördenleitern) für dienstliche (und private) Zwecke gestellt wird“

Erstmal hört sich Dienstwagen schon mal gut an. Chauffeur noch besser. Da die wenigsten aber einen Chauffeur zur Verfügung haben, fokussiere ich mich auf den Benefit „Firmenwagen ohne Chauffeur“.

So nüchtern wie oben, wird aber sehr selten vom Dienstwagen bzw. Firmenwagen gesprochen. Er ist ein wahres Phänomen der Deutschen. Häufig hört man hierzu ja auch: „Der Deutsche und sein Auto“ und mir kommt es vor als hätte hierzu auch wirklich jeder eine Meinung. Der Firmenwagen wird eben immer noch eher als Statussymbol und nicht als Arbeitsgerät angesehen. Ich möchte gar nicht wissen wieviel Zeit Arbeitnehmer ausschließlich in dieses Thema investieren.

Tausende Arbeitnehmer fahren täglich damit durchs Land, sowohl dienstlich als auch privat. Häufig wird erstmal pauschal angenommen: die Nutzung des Dienstautos lohnt sich mehr als ein Privatwagen. Schließlich zahlt der Arbeitgeber häufig die laufenden Kosten. Vom Kauf bzw. Leasing über Benzin bis zur Reparatur, TÜV und Kfz-Steuer. Jeder Arbeitnehmer, der einen Anspruch auf einen Firmenwagen hat, soll individuell vergleichen, ob es sich lohnt.

Hierzu ein Eintrag aus einem Internetforum: hier schreibt ein Studienabsolvent der Wirtschaftswissenschaften über das Angebot seines potentiellen Arbeitgebers:

Entweder 3500 fix oder 3150 fix plus Firmenwagen zur freien Verfügung mit Tankkarte. Audi, BMW oder Mercedes bis 45.000 Euro erlaubt. Eigentlich habe ich ein gutes Auto, allerdings komm ich jetzt schon ins Grübeln, da ich mir natürlich nie ein Auto in der Preisklasse kaufen könnte oder wollte.”

 

Bei den vielen Vorteilen von Firmenwagen, sollte sich der Absolvent deshalb trotzdem die Frage stellen: Welche Kosten kommen mit einem Firmenwagen auf mich zu? Gemäß der „zur freien Verfügung“ sollte eine Privatnutzung erlaubt sein, welche laut dem Deutschen Steuerrecht ein Sachbezug darstellt, der auf Basis des Geldwerten Vorteils versteuert werden muss. In der Regel gibt es zwei Möglichkeiten dies zu tun: Per 1%-Regelung oder mit Hilfe eines Fahrtenbuchs, um den Gebrauch zu dokumentieren. Hierzu eine Beispielrechnung zur gebräuchlichen Ein-Prozent-Regel:

Bei einem Listenpreis von 25.000 Euro hat der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil von 250 Euro im Monat. Auf’s Jahr gerechnet sind das 3000 Euro, die zum Einkommen zählen und deshalb versteuert werden müssen. Pro Monat und Höhe der Entfernungskilometer, rechnet der Arbeitgeber außerdem monatlich 0,03 Prozent der Anschaffungskosten zum Bruttolohn des Arbeitnehmers hinzu. Dieser Betrag ist selbstverständlich zusätzlich zu versteuern. Bei einer Fahrt von 35 Kilometern und einem Kaufpreis von 25.000 Euro sind das 262,50€, die man beim Finanzamt steuerlich geltend machen müsste.

Für Arbeitgeber interessant: unter den Angestellten ist ein Dienstwagen meist sogar beliebter als eine Gehaltserhöhung und steht häufig auf Platz 1 der beliebtesten Zusatzleistungen. Da ähnlich wie ein Zitat auch eine Statistik nicht fehlen darf. Das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid zeigt: „Mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer wünscht sich einen eigenen Dienstwagen. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. Knapp ein Drittel der Autofahrer ohne Firmenfahrzeug ist davon überzeugt, dass ein eigener Dienstwagen ihren Arbeitsplatz attraktiver machen würde. Doch nur jeder achte Angestellte hat ein festes Firmenauto, das er auch privat nutzen darf“.

Autohaus24.de hat eine Statistik mit den beliebtesten Firmenwägen veröffentlicht: „Besonders beliebt sind Firmenwagen der gehobenen Mittel- und Oberklasse. Die Hersteller Audi, Volkswagen und Opel führen die Liste der Markenfavoriten deutlich an und das noch vor BMW und Mercedes. Vor allem die Modelle A4, A5 und A6 sowie der Golf in unterschiedlichen Variationen sind sehr gefragt unter Firmenwagennutzern.“

Auch bei Arbeitgebern ist der Firmenwagen als Benefit beliebt. Wenn der Arbeitnehmer statt einer Gehaltserhöhung einen eigenen Firmenwagen gestellt bekommt, kann der Arbeitgeber unterm Strich sogar Geld sparen. Zum einen reduzieren sich das Bruttogehalt und damit auch die Lohnnebenkosten um den geldwerten Vorteil des Dienstwagens. Zudem ist der Kauf von Firmenfahrzeugen steuerlich günstig – der Arbeitgeber erhält beim Neuwagenkauf die Umsatzsteuer zurück und kann Anschaffung und Unterhalt als Betriebsausgaben abschreiben.

Wer einen Anspruch auf einen Firmenwagen hat, sollte bereits im Arbeitsvertrag vereinbart werden. Das ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn der Arbeitnehmer berufsbedingt häufig unterwegs ist und dafür ein Auto braucht. Wer die Auswahl des Dienstfahrzeugs vornimmt, liegt allein im Ermessen der arbeitsvertraglichen Regelung. Meist sind sogar PKW-Kategorie und eine Preisgrenze vorab festgelegt.

Abschließend ist zu sagen, dass der Firmenwagen als Benefit ein Win-Win für Arbeitgeber und Arbeitnehmern sein kann und in Deutschland äußerst beliebt ist. Allerdings sollten beide Seiten jeweils genau betrachten, welche Vor- und Nachteile diese Zusatzleistung mit sich bring. Wie schon oben beschrieben gehen hier die Meinung sehr weit auseinander. Ich persönlich habe mich sehr an meinen Firmenwagen gewöhnt, mir ist er wichtig und ich könnte mich wahrscheinlich sehr schwer von ihm trennen (außer nach drei Jahren, wenn ich einen Neuen bekomme). Zukünftig sehe ich aber einen Wechsel weg von einem starren Firmenwagen-Konzept in Richtung eines Mobilitätsbudgets, in dem sich der Mitarbeiter frei für Größe/Klasse des Firmenwagens und/oder Jobticket, Carsharing, Leasingfahrrad, etc. entscheiden kann. Es lohnt sich, das Thema Firmenwagen so transparent wie möglich zu gestalten und in Zukunft eine Möglichkeit der Flexibilisierung mit einzubringen, um auf die verschiedenen Lebensphasen und Bedürfnisse der Mitarbeiter einzugehen.

Allen Lesern eine sichere und gute Fahrt.

Weiter zum Thema: BENIFY UND ATHLON STELLEN EINE FLEXIBLE MOBILITÄTSLÖSUNG VOR

 

Matthias Sonnemann, Benify


Wir verwenden Cookies um Ihnen eine optimale Nutzung unserer Webseite zu ermöglichen. Wenn Sie die Webseite weiter nutzen, ohne die Einstellungen Ihres Browsers zu ändern, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Lesen Sie weiter

Schließen